Quelle Welt-Online (www.welt.de)
Brennwertkessel sind immer noch billiger als viele neuartige Heiztechnologien. Zudem hat sich ihre
Effizienz verbessert
Wärmepumpen, Solarkollektoren, Pelletsysteme - wer beim Heizen sparen will, kann bei der Sanierung
seines Eigenheims viele neue Technologien nutzen. Doch auch altbewährte Öl- und Gasanlagen sind durch
die neue, besonders energieeffiziente Brennwerttechnik für viele Eigentümer weiter erste Wahl. "Gerade
ältere Grundeigentümer, die nicht wissen, ob ihre Kinder irgendwann einmal die Immobilie übernehmen,
fahren mit modernen Öl- und Gaskesseln am besten", sagt Andreas Möller vom Zentralverband Sanitär
Heizung Klima.
Brennwertkessel verwerten auch die in den Abgasen enthaltene Hitze, die bei älteren Anlagen aus dem
Schornstein entweicht. "Dadurch verbrauchen sie rund 40 Prozent weniger Gas oder Öl als 20 Jahre alte
Anlagen", sagt Möller. Verbraucht das bisherige Gerät 4000 Liter Heizöl im Jahr, belaufen sich die Kosten
beim gegenwärtigen Heizölpreis von rund 0,70 Euro pro Liter auf 2800 Euro. Da neue Anlagen mit 2400
Litern auskommen, sinken die jährlichen Ausgaben auf 1680 Euro. Eine Ersparnis von 1120 Euro. "Weil
neue Brennwertkessel mit Installation nur 8000 bis 10 000 Euro kosten, amortisiert sich die Investition nach
kaum neun Jahren", rechnet der Experte vor.
Ist die vorhandene Heizungsanlage maximal zehn Jahre alt, könne sie sogar für nur rund 2000 Euro auf den
aktuellen Stand gebraucht werden. Möller: "Die Energieeinsparung beträgt etwa zehn bis 20 Prozent." Je
nachdem wie stark die Effizienzsteigerung ausfällt, seien die Kosten in fünf bis acht Jahren eingespielt.
Von einem Wechsel von Öl zu Gas - oder umgekehrt - rät Andreas Möller ab: "Im langfristigen Vergleich
halten sich die Betriebskosten bei beiden Energieformen weitgehend die Waage, da der Erdgaspreis an den
Ölpreis gekoppelt ist." Wer neu baut, müsse abwägen, ob er einen kompletten Kellerraum für den Öltank
opfern will - oder sich dem Risiko eines politischen Gasboykotts durch Russland aussetzen will. Putins
Reich ist der Haupt-Erdgaslieferant Deutschlands.
Deutlich teurer sind die neuen Technologien. Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation 15 000 und 20
000 Euro, sagt der Experte. Wärmepumpen verdichten ein Kältemittel. Durch die Komprimierung entsteht
Hitze, mit der das Heizungswasser auf rund 60 Grad erwärmt werden kann. Öl oder Gas betriebene
Brennwertkessel schaffen 80 Grad. "Um mit einer Wärmepumpe optimal zu heizen, sollten die Zimmer mit
einer Fußboden- oder einer Flächenheizung versehen werden", sagt Möller.
Wärmepumpen werden mit Strom angetrieben. "Verbraucht ein Haus im Jahr 3000 Liter Heizöl, entspricht
dies 30 000 Kilowattstunden elektrischer Energie", sagt Möller. Um dasselbe Haus per Wärmepumpe zu
versorgen, würden dagegen nur 10 000 kWh Strom benötigt. Allerdings ist elektrischer Strom teurer als
Heizöl. "Beim durchschnittlichen Strompreis von derzeit 0,20 Euro pro Kilowattstunde kostet der Betrieb der
Pumpe bei einem Verbrauch von 10 000 Kilowattstunden 2000 Euro", rechnet Möller vor. Für 3000 Liter
Heizöl müssen zu aktuellen Preisen aktuell rund 2100 Euro gezahlt werden. Möller: "Selbst bei
Inanspruchnahme von KfW-Fördermitteln amortisieren sich die Kosten für eine Wärmepumpe meist erst
nach mehr als 20 Jahren."
Die staatliche KfW-Bank fördert auch den Einbau von Solarkollektoren. Sie nutzen Sonnenenergie als
Heizquelle. "Mit Investitionskosten von 8000 bis 10 000 Euro kann der Energiebedarf zur
Warmwasseraufbereitung um 60 und der Heizenergiebedarf um zehn Prozent gesenkt werden. Bei 3000
Litern Ölverbrauch können so bis zu 250 Liter oder 175 Euro eingespart werden", sagt Möller.
In Pelletheizungen werden zu runden Scheiben gepresste Holzspäne verbrannt. Inklusive Installation liegen
die Kosten zwischen 15 000 und 20 000 Euro. Weil Holz billiger ist als Heizöl oder Gas, verringern sich die
jährlichen Betriebskosten um 20 bis 23 Prozent. Wer bislang pro Jahr 2100 Euro an Heizöl verbrennt, spart
mit einer Pelletheizung, die allerdings wartungsintensiv ist, 400 bis 500 Euro. Das macht den höheren Preis
gegenüber dem Brennwertkessel nach 16 bis 20 Jahren wett.
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